30 Tage Zentralasien. Fast.

vom 20. Juni 2009

12. Tag: Bye bye, Usbekistan

Geschrieben von Sascha in Usbekistan, Kirgisistan

Holzklasse, die Zweite: Wir checken aus dem Hotel „Malika“ aus und lassen uns im Taxi zum internationalen Airport in Tashkent fahren. Erneut steht uns ein Flug mit Usbekistan Airlines bevor, einer Fluglinie, mit der wir ja schon überraschend gute Erfahrungen gemacht hatten. Diesmal steigen wir in eine alte Tupolev – eine TU-154. Geiles Ding! Die hatte ich als Kind schon als Modell, und nun sitze ich drin, das rockt! Gut, das Alter sieht man der Maschine, die bekanntlich schon die deutsche demokratische „Interflug“ einsetzte, innen und außen an. Sind die Sitze nun sportlich tief gehalten oder einfach nur unglaublich durchgesessen? Das beschäftigt mich bisweilen auf einem Flug, der nicht sehr spannend ist. Bis zum Sinkflug! Der Pilot war wahrscheinlich im 2. Weltkrieg Kampfflieger. Das würde jedenfalls erklären, warum der beim Landeanflug Manöver fliegt, die für einen großen Passagierjet ungewöhnlich – ähem, sagen wir mal: agil – anmuten. Nachdem sich ein Passagier ganz in unserer Nähe viele Minuten an der Kotzgrenze bewegte, sind wir endlich am Boden zerschellt. Hab ich gedacht. Aber das war nur ein Luftloch, welches wir kurz vor der Landung noch erwischten. Der Pilot legte danach eine Bilderbuchlandung hin, die im Ferienflieger von Air Brandenburg (Name redaktionell geändert) sicher wieder zu euphorischem Applaus der Ballermann-Jünger geführt hätte.

Am Flughafen in Bishkek erwartet uns zunächst der Erwerb des Visums. Das soll sehr einfach sein, weswegen wir diesbezüglich im Vorfeld auch nicht aktiv wurden. Ist es auch. 70 Dollar, und wir sind drin. Teuer, aber unkompliziert. Am Konsulatsschalter kommen wir mit einer jungen Französin ins Gespräch, ihr Name ist Alice. Wir sollten noch eine Weile gemeinsam verbringen. Sie wollte Kirgisistan sehen, wir hatten beim Besten Willen noch keine Ahnung. Unsere Pläne waren also grundsätzlich kongruent, damit konnte es losgehen. Schnell noch ein paar Tausend kirgisische Som vom Geldautomat am Flughafen gezogen, und schon finden wir uns wieder inmitten unserer Lieblingsbeschäftigung: der Suche eines möglichst günstigen fahrbaren Untersatzes. Zum Glück wird man ja meist gefunden. Die Kirgisen gehen dabei aber wesentlich zurückhaltender zu Werke als beispielsweise die Usbeken, die durch heftiges Zerren dem Passagier dann neben dem Geld für die Fahrt gleich noch den Arm entreißen, um auf dem Organmarkt noch ein paar Dollar zu scheffeln. Deswegen: Vor Verhandlungen über den Fahrpreis stets die Rolex abmachen, um das potenzielle Diebesgut so gering wie möglich zu halten.

Die Kirgisen lieben Deutschland. Das merkt man schon auf der Marschrutka-Fahrt nach Bishkek. Freudig wie ein Schnitzel und sichtlich stolz berichtet uns der Fahrer, dass sein Mercedes Sprinter aus Deutschland kam. Klar, nachdem er hierzulande einen wirtschaftlichen Totalschaden in Folge eines Unfalls erlitt, denn sonst wäre der gute Mann nie in den Genuss unseres Lieblingslasters gekommen. Dem Touristen kann diese Variante aber nur recht sein, denn der Crash-Wagen ist immer noch vertrauenswürdiger als eine der vielen Reisschüsseln undefinierbarer Herkunft.

Endlich angekommen in Bishkek. Der „Lonely Planet“, Ausgabe 2007, hält genügend Optionen für die Übernachtung bereit. Dumm nur, dass in diesem Jahr rund die Hälfte davon nicht mehr existiert. Alice erweist sich hier zum ersten Mal als echter Joker, denn sie führt uns zielgerichtet in ein Backpacker-Domizil, welches noch so halb in der Renovierung befindlich ist, aber immerhin schon einen guten Standard mitten in einer wenig einladenden, suburbanen Gegend bietet. Wir checken ein. Zu viert im 6er Dorm, nagelneue Dusche nebenan. Perfekt. So, raus hier, ab in die City!

Wir schlendern durch Bishkek, schauen uns die Wachablösung an einem Regierungsgebäude an und wundern uns über die vielen Landesflaggen. Naja, immerhin bringen die einige Farbe ins Spiel. Ansonsten ist Bishkek recht freundlich, für eine zentralasiatische Hauptstadt herrscht vergleichsweise wenig Hektik. Die öffentlichen Telefone sind eine Offenbarung. Dicke Stahlfernsprecher, die wir früher wunderbar zu Panzern hätten einschmelzen können, wurden schnell mittels dünnsten Klingeldrahts, der kaum einen darauf sitzenden Vogel übersteht, mit dem nächsten Haus verbunden. Das Kuriose daran: Es funktioniert! Zurück im Hostel. Die Stimmung ist gut, ein Bierchen ist auch mit am Start. Heute mal, höhö! Wir freuen uns auf das weitere Kirgisistan.

vom 19. Juni 2009

11. Tag: Holzklasse nach Tashkent

Geschrieben von Sascha in Usbekistan

Neuer Morgen, alter Schlamassel. Die Sonne weckt uns unbarmherzig, und als hätten wir nicht den ganzen Tag genug von ihr, haut sie uns gefühlte 2 Stunden zu früh (real: abermals 5 Minuten) aus dem Bett. Wieder Frühstück, leicht abgewandelt in der Zusammenstellung, wieder die nette Japanerin. Wir halten uns heute nicht so lange auf, denn der Flieger wartet. Also ab ins nächste Taxi und mit Volldampf zum Airport. Interessanterweise haben wir nicht gebucht. Das läuft dort so, dass man an den Schalter geht und den Flug bezahlt – ist beinahe wie Bahnfahren. Der Luftweg war in diesem Fall nicht geplant, aber kurzfristig haben wir so entschieden, um Zeit zu sparen und an Komfort zu gewinnen. Für gut 30 Dollar pro Passagier fliegen wir in unserer Propellermaschine, einer IL-114 von Bruchlandungsairlines („Uzbekistan Airways“), nach Tashkent. Die Fluggesellschaft ist eine der wenigen im zentralasiatischen Raum, die nicht auf der europäischen schwarzen Liste steht. Irgendwas müssen die Jungs und Mädels dort also richtig machen, und das merkt man an Bord durchaus, selbst bei uns in der Holzklasse. Der Flug ist sehr angenehm, der gesamte Ablauf inkl. Checkin und Checkout absolut professionell.

In Tashkent fahren wir mit dem Taxi ins vereinbarte Hotel. Doof: es gibt 2 mit demselben Namen. Wir erwischen das teurere, wo ein Zimmer pro Person mindestens 70 Dollar kostet. Zurück ins Taxi und zu einem anderen Hotel. Der Taxifahrer will mehr Geld und rückt uns nicht von der Pelle. Der Rezeptionist im Hotel unterstützt das. Etwas mehr Neutralität hätte dem Grünschnabel nicht schlecht gestanden, aber so ist das nunmal. Mit 3000 usbekischen Sum werden wir den lästigen Fahrer endlich los und checken ein. Das Zimmer ist geräumig und sauber – passt!

Tashkent ist merkwürdig: Anonym, unfreundlich, kein Platz zum längeren Verweilen. Wir schauen uns die Stadt an, gehen auf den riesigen Basar. OW hat noch immer Probleme mit der Verdauung, die ihn mitten im Einkaufstrubel besonders hart treffen. Verglichen mit der einzig verfügbaren Toilette in der Nähe mutet der Gang zum Schweinestall wie der Besuch einer Wellnessoase an. Aber was man bei Not(durft) nicht alles auf sich nimmt.

Es geht weiter zum TV-Tower, der allein durch seine Höhe zur Attraktion wird. Auf dem Weg dorthin begegnen uns die üblichen städtischen Bettler, diesmal aber hauptsächlich Kinder, die sich fast schon einen Spaß daraus machen. Wir entkommen defensiv. Ein passierender Usbeke ist im Gegensatz zu uns recht schmerzbefreit, seine Hand landet volle Granate im Gesicht des einen Jungen. Unser Mitgefühl hält sich in Grenzen. Das sollte ich nicht so offen sagen, aber wir sind ja hier unter uns.

Zum Abend hin entspannen wir noch etwas im Park und gehen essen. In der Fußgängerzone passieren kuriose Dinge. Dass man auf der Straße geworben wird, einer Person in ein Lokal zu folgen, ist dort ja fast normal. Als jedoch innerhalb des Burgerschuppens unserer Wahl eine Art Abwerbemaßnahme durch die Fenster des Gebäudes hindurch erfolgte, kam dann doch kurzzeitig dezentes Kopfschütteln, ja beinahe Unverständnis, auf. Was einem nicht so alles widerfährt am „Broadway DDR“.

vom 18. Juni 2009

10. Tag: 1001 Nacht in Bukhara

Geschrieben von Sascha in Usbekistan

Verdammte Axt! Was zum Henker macht die Sonne in meinem Gesicht? Ich will doch nur schlafen…! Die Fensterläden waren immerhin zu, wie nett. Dummerweise haben die Dinger da draußen Spaltmaße wie italienische Autos. So vermögen Sie die mit aller Wucht hereinbrechenden Sonnenstrahlen nicht abzuhalten und bescheren ein frühes Ende dieser schönen Nacht. Bei aller Dramaturgie sei gesagt, dass 5 Minuten später der Wecker geklingelt hätte, was weitaus unsanfter gewesen wäre. Aber es geht ums Prinzip!

Der bewusst wahrgenommene Teil des Morgens beginnt mit einem leckeren Frühstück im Keller des Hotels. Dort finden wir neben allerhand Köstlichkeiten auch noch eine freundliche Japanerin vor, die allein durch die Welt reist und uns ein paar Minuten länger am Tisch fesselt zum Zwecke gepflegter frühmorgendlicher Konversation. Respekt, die hat schon ’ne Menge gesehen. Alsbald brechen wir aber doch auf, um uns Bukhara anzuschauen. Irgendwie sieht alles ein wenig aus wie in Samarkand. Ähnliche orientalische Gebäude, etwas Grün, viel Staub und Trockenheit, beschauliche Plätze und geheimnisvolle abgelegene Gassen. Aber nein, etwas ist anders. Das Flair. Hier geht es noch entspannter zu, die Straßen sind angenehm leer, kaum Touristen sind zudem zu sehen. Letzteres fällt während der ganzen Reise besonders auf. Die aktuelle wirtschaftliche Lage scheint auch hier Tribut zu fordern.

Die Menschen in Bukhara sind weitestgehend angenehme Zeitgenossen, zudem sprechen vergleichsweise viele Leute Englisch. Aber auch hier weiß man, wie man den gewöhnlichen Europäer um ein paar Euro erleichtert. Das trifft besonders auf die touristischen Zentren zu. Es ist schon erstaunlich, wie anders sich die Kommunikation mit den Einheimischen ein paar Meter weiter „draußen“ anfühlt. Kurz gesagt: Man hat dann nicht mehr unbedingt das Gefühl, nach Strich und Faden beschissen zu werden. Vielleicht ist die Offenheit nicht dieselbe, aber wenn vorhanden, dann ehrlich. Und wenn dann die mehrheitlich vorhandenen Goldzähne aus dem Munde eines Usbeken blitzen, dann ist dieses Lächeln ein echtes Lächeln.

Eine interessante Begegnung haben wir an der Kasse eines kleinen Aussichtsturmes in der Nähe der Zitadelle. Wir werden wieder einmal für Amerikaner gehalten. Nach Richtigstellung der Herkunft hat sich der Eintrittspreis kurioserweise halbiert – na nu? Niedlich: Jeder muss uns seine 2 Brocken Deutsch aufsagen, die er so kann. In dem Fall waren es beim Kassierer sogar 3, und zwar Städte: Berlin, Dresden, Buchenwald! Die Vorbildfunktion, die dieser Mann ausübt, wird hier besonders deutlich. Mehr als zwei Drittel der genannten Städte liegen im Osten. Logo, ist ja auch näher dran an Usbekistan, da kennt man sich aus.

Tausendundeine Nacht werden’s dann in der schönen Stadt wohl doch nicht werden. Zurück im Hotel sieht’s wunderbar aufgeräumt aus, doch etwas stinkt. OWs Socken sind es nicht, denn wir hatten am Vortag gewaschen. Etwas ist faul, und nach einer aufwändigen Inventur stellen wir fest, dass bei OW 100 Dollar fehlen. Die waren im Backup-Fach des großen Rucksacks, der natürlich im Hotel geblieben war. So lernt man auch schnell die Schattenseiten des Orients kennen.

vom 17. Juni 2009

9. Tag: Samarkand

Geschrieben von Sascha in Usbekistan

Heute schauen wir uns Samarkand an. Mir ist die Stadt noch bekannt aus dem uralten Computerspiel „Civilization“ von Sid Meier. Und endlich ist es mal soweit, diese Perle der Seidenstraße live zu erleben.

Tatsächlich, diese Stadt ist schön! Einheimische mögen die aktuellen Veränderungen zwar mit Argwohn betrachten, aber das Stadtbild wirkt stilvoll und angenehm. Derzeit scheint eine Menge Geld von wo auch immer (EU?) in die Sanierung zu fließen. Letztere geht leider zum Teil etwas an der traditionellen Ausprägung der Stadt vorbei. Aber Samarkand ist grün! Eine Oase inmitten von Staub, Trockenheit und Hitze. Dazu Moscheen, wie sie gern auf Postkarten abgebildet werden, Basare mit herrlichen Gewürzen, Obst, Gemüse und natürlich orientalischen Süßigkeiten.

Das Klima in Samarkand ist freundlich. Klar, vor allem gegenüber Touristen, denn die lassen sich gut ausnehmen. Auch hier ist man wieder Hauptattraktion. Solange sich das auf Grüße und Smalltalk beschränkt, ist das durchaus angenehm. Das Gezerre der bettelnden Frauen mit Kind auf dem Arm nervt aber ebenso wie die Abzocke, die mit dem gemeinen Fernreisenden betrieben wird. Da wurde einiges versaut, und das dürfte wohl auf die Kappe von Ausländern gehen, denen das Geld hier ein wenig zu locker saß.

Die nächste Station soll Bukhara sein. Um von dort nicht nach Tashkent umständlich zurückfahren zu müssen, wollen wir einen Flug buchen. Also ab zum Airport! Was uns dort erwartet, ist Postkommunismus in Perfektion. Die Information gibt keine nennenswerten Informationen, schon gar nicht in Nichtrussisch. Die Schalterbeamtin ist zur Arbeit beim besten Willen nicht zu motivieren, ja, sie kennt nicht einmal die Zahlungsmöglichkeiten ihres Büros. Visa? Keine Ahnung! Eine Toilette gibt es. Dummerweise ist die geschlossen. OW hat da mit seinem Durchfall durchaus ein Problem und sucht sich in Windeseile ein Hotel in Flughafennähe. Glück im Unglück: mitten auf dem stillen Örtchen hat er den einzigen WLAN-Hotspot, den wir in Usbekistan überhaupt finden sollten.

Durchfall ist ein allgemeines Problem. Wir hatten uns in Shimkent am Abend den Magen verdorben – lauwarmes Laghman. Und während OW und Thomas mit den üblichen Mitteln am Kämpfen sind, kippt unsereins kalten Apfelsaft, um die Verstopfung loszuwerden. Da prallen Welten aufeinander.

Der Zeitplan ist straff – am selben Tag noch geht es mit dem Bus nach Bukhara. Es ist lustig, sich aus dieser Perspektive mal das Treiben auf den Straßen anzuschauen: Einen Führerschein haben wahrscheinlich die wenigsten, Verkehrsregeln sind Auslegungssache und mit den deutschen eher weniger vergleichbar. Straßen sind grundsätzlich schlecht, heftige Schlaglöcher können (und werden!) spontan auftauchen. Auf der Schnellstraße liegen hier und da mal Kinder, Esel oder anderes Ungeziefer quer in der Gegend herum und gehen auch nur widerwillig zur Seite. Abfahrten gibt es oft nur einseitig. Das ist ein Problem. Um diese von der Gegenseite zu erreichen, biegt man einfach durch die Mitte ab, was eigentlich unvorstellbar gefährlich ist, besonders bei hoher Verkehrsdichte. Auch die vorgegebene Fahrtrichtung ist Nebensache, denn selbst bei Tempo 100 kommen einem Autos, Eselgespanne oder Fahrräder entgegen.

Der zwischenzeitlich kaputte Bus schmeißt uns nach etwa 3h Fahrt plötzlich raus, wir müssen umsteigen. Am Ende kommen wir aber doch nach anschließender Taxifahrt heil an und finden am Abend noch ein wunderhübsches und günstiges Hotel in Bukhara.

vom 16. Juni 2009

8. Tag: Stellungswechsel! Muss ja auch Spaß machen.

Geschrieben von Sascha in Kasachstan, Usbekistan

Nein, man kann kaum behaupten, dass wir bisher auf der Stelle getreten sind. Und trotzdem gilt es an diesem Tag, einen Ortswechsel im größeren Stil vorzunehmen.

Von unserem Lager in Shimkent geht es mit einem 28 Jahre alten Audi 100 – das ist tatsächlich ein Taxi – zur usbekischen Grenze. Die Karre stinkt nach Benzin, dass es für Junkies ein reiner Hochgenuss wäre. Für uns nur bedingt, aber die Kiste fährt, und das ist wichtig. Über die Richtung wird aber noch zu diskutieren sein.

Dummerweise gibt es Grenzen, da kommt man als Europäer einfach nicht drüber. Wir haben daher vorab mit dem Taxifahrer ausgehandelt, dass er uns zur internationalen Grenze bringt. Hat er wohl falsch verstanden. Dem armen Kerl will ich keine Absicht unterstellen *hust*. Natürlich lässt er uns an irgendeiner nationalen Station raus, an der wir zuerst in Wechselstuben geschleppt und beschissen werden. Auf einmal gibt es heftige Diskussionen mit dem Fahrer, ein paar weitere Kollegen haben sich inzwischen hinzugesellt. Thomas regelt das allein – knallhart und wie ein Weltmeister – Hut ab! Wir müssen aber tatsächlich nochmal weiterfahren, allerdings mit einem anderen Fahrzeug.

An der Grenze verläuft alles recht unproblematisch. Thomas hatte da andere Erfahrungen, aber nach kleineren Schikanen haben wir immerhin binnen 1 Stunde den frisch sanierten Grenzübergang passiert. Auf der anderen Seite erwartet uns ein kleines armes Dorf, Eselgespanne und andere tolle Errungenschaften Usbekistans wohin man sah. Sofort will uns jeder eine Taxifahrt aufschwatzen. Die Konditionen sind erwartungsgemäß schlecht, aber nach einigen hundert Metern entscheiden wir uns für eine Fuhre nach Tashkent, der usbekischen Hauptstadt. Ich weiß nicht, ob der junge Fahrer schon einen Führerschein hat, aber seinen Job macht er gut.

Angekommen in Tashkent suchen wir uns das nächste Marschrutka, denn übernachten in der Hauptstadt passt so ganz und gar nicht in den Zeitplan. Ok, es wurde das übernächste, denn im erstbesten Fahrzeug wollten die doch glatt meinen Rucksack aufs Dach schnallen, weil der nicht vorhandene Kofferraum schon voll war. Auch mangels Sprachkenntnissen konnte ich wohl meinen Unmut über diese Idee schnell, klar und deutlich zu verstehen geben. Und so geht es am späten Nachmittag noch nach Samarkand. Dort angekommen will man uns in ein Hotel lotsen – da hatte der Taxifahrer wohl einen kleinen Deal mit dem Hotelier laufen. Thomas kennt zum Glück eine nette Absteige, in die wir trotz misstrauischem Empfang übernachten können. Ein wenig schmuddelig mutet es an, aber die Nacht ist letztlich erholsam, und wir können mit neuer Energie in den nächsten Tag starten.